UWE ENGBRING_ROMANG, freiberuflicher Historiker, Dozent in der Erwachsenenbildung, forscht seit den 90er Jahren zur Geschichte der Sinti und Roma und zum Antiziganismus.

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BERNHARD & MEYER schuf das Mahnmal in Darmstadt für die im Dritten Reich ermordeten Sinti und Roma. In diesem Video spricht er über seine Entwurfsabsichten und Verwirklichung des Mahnmals.

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Darmstädter Sinti als Opfer des nationalsozialistischen Völkermords
Ein Projekt der Bertolt-Brecht-Schule in Darmstadt

Die Verfolgung und Deportation von Darmstädter Sinti, aber auch Überleben und Widerstand der Verfolgten sowie ihre Zeitzeugenschaft nach 1945 sind dabei ein zentrales Element der Projektarbeit. 

Hier wählen wir einen explizit biografischen Zugang und werden uns mit den zum Teil umfassenden Akten in den Staatsarchiven Wiesbaden und Darmstadt sowie den Dokumenten aus den Arolsen Archives beschäftigen. Darüber hinaus stehen den Jugendlichen die veröffentlichten Interviews bzw. Berichte der Überlebenden zur Verfügung.
In unseren Recherchen beschäftigen wir uns u.a. mit Lisetta und Anton Rose, die in Darmstadt ein eigenes Kino betrieben, sowie mit ihren Söhnen Vinzenz und Oskar.

Roxana Müller. Studiert Geschichte in Darmstadt.


Forschendes Lernen als Herausforderung und Chance

Bis zum Mai 1943 wurden die noch in Darmstadt lebenden Sinti deportiert (siehe Herbert Heuß: Darmstadt. Auschwitz. Die Verfolgung der Sinti in Darmstadt): Zu den Leidenswegen dieser Menschen lesen wir Zeitzeugenberichte Überlebender und werten die Akten der Staatsarchive und die Dokumente der Arolsen Archives aus: Wir recherchieren u.a. zu den Familien Adam, Keck, Lind. In diesem Zusammenhang interessieren wir uns auch für das Leben der Sinti als Bürger*innen von Okriftel, einem Stadtteil der Gemeinde Hattersheim.

BERNHARD SCHÜTZ
„Es ist ein zentrales Anliegen des laufenden Projekts, dass die Teilnehmer*innen einen biografischen und sprachsensiblen Zugang zu einem zentralen gesellschaftlichen Bereich in seiner historischen Entwicklung finden: dem Verhältnis der (bürgerlichen) Mehrheits- und Dominanzgesellschaft zu einer Minderheit.“
ROXANA M.
„Ich weiß nicht, ob ich, wenn ich in der Situation wäre als Verfolgter, ich wollen würde, dass im Nachhinein die Leute meine Akte durcharbeiten und mein Leben analysieren können.“
Roxana, Studentin der Geschichte an der TU Darmstadt, setzt sich eingehend mit den Fragen nach der gesellschaftspolitischen Aktualität des Geschichtsstudiums und der Perspektive der Historiker*innen auseinander.
BERNHARD SCHÜTZ
„So beschäftigen wir uns mit der Geschichte der gesellschaftlichen Konstruktion des „Zigeuners“ in seiner angeblichen „Andersartigkeit“ und „Fremdheit“ – als Gegenüber zur „Zivilisation“ bzw. „Kultur“ der Bürgergesellschaft seit dem 19. Jahrhundert – und untersuchen die staatlichen Restriktionen gegen die Minderheit der Sinti und Roma vor 1933.“